Geburt nach zweimal Kaiserschnitt: Mir wurde mit totem Kind und gerissenem Uterus gedroht

Babyfuß

Geburt nach zweimal Kaiserschnitt:

Annika ist Mutter von 3 Kindern. Ihre ersten beiden Kinder kamen durch Kaiserschnitte zur Welt. Der erste Kaiserschnitt erfolgte wegen eines Geburtsstillstandes und „schlechtem“ CTG. Als das zweite Kind kurz vor dem Termin auf mehr als 4 kg geschätzt wurde, kam es zum zweiten Kaiserschnitt.

Hier schildert Annika die Geburt ihres dritten Kindes.

Meine Geburtsreise beginnt bereits 10 Tage vor der Geburt mit einem echten Horrortrip. Ich hatte gemeinsam mit meiner Hebamme einen Termin zur Geburtsplanung in dem Krankenhaus, in dem meine Hebamme auch als Beleghebamme tätig ist.

Zunächst verlief dort auch alles ganz wunderbar. Es wurde ein CTG geschrieben, ein Ultraschall gemacht, um die Größe zu schätzen.

Schließlich stand das eigentliche Gespräch mit der Oberärztin an – in dessen Verlauf mir mit totem Baby und gerissenen Uterus in einer Art und Weise gedroht wurde, dass ich tatsächlich schockiert war.

Schlussendlich sagte mir die Oberärztin, dass ich mir entweder ein anderes Haus für meine Geburt suchen muss, oder wir einen Termin für den Kaiserschnitt festmachen. Ich war fix und alle.

Nach Rücksprache mit meiner Hebamme hat sie noch einmal das Gespräch mit dem Chefarzt gesucht und ich wollte parallel in einer anderen Klinik einen Termin für die Geburtsplanung machen. Gesagt getan, Termin erhalten für Freitag in einer Woche, bzw in 10 Tagen.

Geburtsbeginn ohne Klinik

Eine Woche später merkte ich plötzlich, dass es mir sehr warm die Beine runter lief. Oh je, Blasensprung… Und das, wo ich doch zu der Zeit gar keine Klinik hatte, in der ich entbinden könnte/wollte.

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Ich rief meine Hebamme an und sie sagte mir, dass ich im Laufe des Tages ins Krankenhaus kommen solle. Der Chef hätte Dienst und würde das mit mir gemeinsam versuchen, er ist aber nicht begeistert.

Ich rief meine Mutter an, damit sie die beiden Großen übernehmen könnte. Mein Mann war glücklicherweise an diesem Tag nicht zur Arbeit gefahren, weil er einen Zahnarzttermin hatte. Wir haben dann alle zusammen ein letztes Mal als Viererbande gefrühstückt und sind in den Tag gestartet. Ich habe geduscht und versucht, mich zu entspannen. Nicht eine Wehe in Sicht.

Schließlich rief meine Hebamme und sagte, dass sie „ihrer“ Belegärztin meinen Fall vorgestellt hätte und diese mich auf jeden Fall betreuen möchte. Wir sollten uns gleich aufmachen ins Krankenhaus.

Dort angekommen hat mich die Ärztin zunächst ausführlich zu den vorangegangenen Geburten befragt und sich wirklich mit mir auseinander gesetzt. Sie wollte dann noch die Narbe vermessen. Wie sich hinterher rausstellte, war das aber nur fürs „Protokoll“. Sie hat so lange Messpunkte verschoben, bis die Werte “ passten“.

Die vaginale Untersuchung ergab Muttermund 1-2 cm und Gebärmutterhals noch vorhanden. Ich wurde stationär aufgenommen und es wurde ein Zugang gelegt, was ich eigentlich nicht wollte. Aber da ich wegen des Blasensprungs Antibiotika bekommen sollte, war es ok. Nun hieß es warten.

Und warten und warten… Es tat sich nichts!

Am folgenden Tag riet mir meine Hebamme zu einer sanften Einleitung mit Prostaglandinen, um den Gebärmutterhals etwas weicher zu machen. Ich stimmte zu, auch wenn ich mir nicht mehr sicher war, ob das nicht vielleicht doch etwas viel Eingriff war. Aber es tat sich weiterhin nichts. Auch nicht nach der zweiten Tablette am Nachmittag.

Am Abend nach dem CTG, das regelmäßig geschrieben wurde und immer prächtig aussah, beschloss ich zu schlafen und am nächsten Tag ggf. einem Wehentropf zuzustimmen, damit es vorangeht, da die Ärztin in den Urlaub gehen sollte und ich sonst wieder ohne Arzt da gestanden hätte.

Gegen 22 Uhr ging ich ins Bett ohne jede Wehe.

Eine Stunde später wachte ich schweißgebadet und mit kräftigen Kontraktionen auf. Ich fing bald an, über den Flur zu tigern. Die Wehen waren kräftig und regelmäßig alle 3-4 Minuten.

Nach einer Stunde beschloss ich, in den Kreißsaal zu gehen, wo meine Hebamme gerade eine weitere Geburt betreute. Sie schloss mich ans CTG an und beobachtete mich in meiner Wehenarbeit. Schließlich riet sie mir, meinen Mann anzurufen und weiter so gut zu atmen. Ich stand am Kreißbett, kreiste mit den Hüften und wiederholte meine Mantras:

Jede Wehe bringt mich näher zu meinem Kind.
Die Wehe ist nur so stark, wie ich es aushalte.

Mein Mann kann eine halbe Stunde später in den Kreißsaal und unterstützte mich in den Wehen. Mittlerweile waren die Wehen schon recht kräftig, aber ich fühlte mich gut und stark und schlief sogar ein wenig in den Wehenpausen.

Meist wechselte ich aber zwischen Stehen und Vierfüßlerstand.

Gegen 4 Uhr wollte die Hebamme uns in den größeren Kreißsaal verlegen, der nun frei war. Diese Veränderung störte mich ein wenig.

Ich kam etwas aus dem Rhythmus,

zumal die Hebamme mich gerne untersuchen wollte, da die Ärztin nach einem Befund fragte.

Bis dahin war ich unter den Wehen nicht einmal untersucht worden. Ich stimmte zu und quälte mich in Rückenlage. Sie sagte der Muttermund sei bei 4-5 cm, aber sehr weit hinten.

Sie würde ihn gern unter der Wehe etwas nach vorne ziehen. Autsch! Das war wirklich schmerzhaft, aber wirkungsvoll.

Schon wenige Wehen später spürte ich eine deutliche Veränderung.

Auch meine Hebamme hörte die neue Qualität der Wehen und blieb nun bei uns.

Kurze Zeit später hatte ich einen starken Pressdrang. Meine Hebamme riet mir sanft mitzuschieben und untersuchte mich dabei. Ich konnte spüren, wie der Kopf meines Sohnes tiefer trat – und wieder zurück rutschte. Also mehr schieben… Plötzlich hatte ich das Gefühl, einen riesigen Stein in meinen Eingeweide zu haben.

Ich schrie und jammerte: Eine sectio wäre jetzt schon vorbei!

Wer hatte die dämlich Idee einer spontanen Geburt?!?

Es brannte wie Feuer, ich flüchte, schob aber tapfer weiter.

Nach der dritten Presswehe war der Kopf geboren und ich konnte meinen Sohn berühren. Das Gefühl war unbeschreiblich!

Mit einer weiteren Presswehe wurde auch der Körper geboren und mein Sohn lag unter mir zwischen meinen Beinen. Es war viertel vor sechs.

Ich brauchte einen Moment und den Zuspruch meiner Hebamme, um ihn aufzunehmen und an meine Brust zu drücken.

Da war er! Perfekt, warm, voller Schmiere und Blut und ICH hatte ihn geboren!

Ganz allein, ohne jedes Schmerzmittel und Hilfe von außen. Unbändiger stolz brach sich bahn!

Ich bin leicht gerissen und die gerufene Ärztin kam pünktlich zum nähen, ohne vorher die Geburt zu stören.

Nach zwei Stunden im Kreißsaal und dem Mittagessen auf Station hat meine Familie mich abgeholt und wir konnten in unser neues Abenteuer zu fünft starten.

Möglich gemacht haben diese VBA2C eine erfahrene, mutige Hebamme, ganz viel Informationen und das Vertrauen in mich und mein Kind!

Nun ist es doch recht lang geworden, und ich habe immer noch das Gefühl, die Hälfte vergessen zu haben.

Ich bin jedenfalls sehr stolz und glücklich, diesen Weg gegangen zu sein!

 

Mehr zur Geburt nach zwei Kaiserschnitten findest Du hier und hier!

Wenn Du auch eine Geburt nach einem, zwei oder mehr Kaiserschnitten erlebt hast und Deinen Geburtsbericht gerne teilen möchtest, freue ich mich über eine Nachricht unter: info@geburt-nach-kaiserschnitt.de

Bist Du Hebamme und begleitest auch Mütter nach vorherigem Kaiserschnitt und würdest Deine Erfahrungen gerne hier teilen, freue ich mich ebenfalls über Deine Nachricht unter: info@geburt-nach-kaiserschnitt.de

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