4 Schritte wie Du einen weiteren Kaiserschnitt vermeidest

Einen weiteren Kaiserschnitt vermeiden

Ich liege in einem Krankenbett und freundliche Menschen schieben mich in den OP-Saal der Frauenklinik. Neben mir geht mein Mann. Die Stimmung ist gelöst an diesem Morgen kurz vor 8 Uhr. Gleich soll mein Baby zur Welt kommen. Durch einen geplanten Kaiserschnitt in der 39+1 Schwangerschaftswoche.

Der Termin passte uns gut. Der Arzt hatte Zeit, mein Mann konnte sich von der Arbeit frei nehmen und unser erstes Kind, das durch einen ungeplanten und für mich sehr schmerzlichen Kaiserschnitt zur Welt kam, war versorgt.

Doch statt mich zu freuen, kullerten dicke Tränen meine Wangen herunter. Warum bin ich hier? Ich bin gesund, mein Baby ist gesund und ich hatte mir doch bei meinem 2. Kind so sehr die natürliche Geburt gewünscht. Doch nun stand ich kurz vor meinem 2. Kaiserschnitt, den ich so eigentlich niemals gewollt hatte. Eigentlich! Denn irgendwann war ich von meinem Weg zu einer natürlichen Geburt abgekommen. Und jetzt konnte ich das Geschehen nicht mehr aufhalten. Schließlich wollte ich ja eine gute Patientin sein. Alle um mich herum waren so lieb. Sie dachten, ich würde vor Aufregung weinen. Wie hätte ich da etwas anderes sagen können? Ich freute mich ja tatsächlich auch auf mein Baby.

Der Kaiserschnitt verlief bilderbuchmäßig, bis auf die PDA, die viel zu hoch lag. Ich konnte nur schwer Luft holen und erhielt über eine Maske zusätzlich Sauerstoff. Zum Glück konnte ich wach bleiben. Gleich nach der Geburt wurde mir mein Baby auf den Bauch gelegt und  sie verbrachte die ersten Stunden nach ihrer Geburt bei mir. Soweit so schön.

Dennoch war dieser Kaiserschnitt vermutlich überflüssig.
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Aber welche Gründe waren es, die aus heutiger Sicht zu diesem medizinisch unnötigen Kaiserschnitt bei mir geführt haben.

  • Ich hatte den ersten Kaiserschnitt kaum verarbeitet.
  • Ich hatte noch nicht wirklich verstanden, was rein physiologisch bei einer natürlichen Geburt in meinem Körper abläuft und welche Rahmenbedingungen ich persönlich dafür brauchen würde.
  • Ich war körperlich gut, organisatorisch schlecht und mental überhaupt nicht auf eine natürliche Geburt vorbereitet und ich hatte mich nicht ernsthaft mit meinen Ängsten beschäftigt.
  • Ich habe meine und die Bedürfnisse meines Babys den Erwartungen anderer Menschen untergeordnet und mich nicht getraut, die nötigen Rahmenbedingungen für eine natürliche Geburt einzufordern.
Warum denke ich heute, das diese Punkte so wichtig für mich gewesen wären?

Wenn ich meinen vorherigen Kaiserschnitt verarbeitet habe, kann ich unbelasteter und angstfreier in die nächste Schwangerschaft und Geburt gehen. Habe ich verstanden, wie und warum es zum Kaiserschnitt gekommen ist, kann ich daraus meine Schlussfolgerungen für die nächste Geburt ziehen. Dazu gehört auch, zu analysieren, was gut geklappt hat und was unter Umständen verbesserungswürdig ist. Dies erweitert wiederum meinen Handlungsspielraum.

Für eine gute Geburt ist das Wissen über die physiologischen Abläufe im Körper entscheidend. Wenn ich weiß, wie z.B. die Ausschüttung der geburtsförderlichen Hormone funktioniert und was diesen Prozeß stört, dann kann bei der nächsten Geburt für ein möglichst optimales Umfeld sorgen, das mich schützt und eine natürliche Geburt ermöglicht.

Habe ich ein gutes Körpergefühl kann ich während der Geburt besser spüren, was ich brauche und kenne ich meine Bedürfnisse, kann ich dafür eintreten, das sie erfüllt werden und mich so auch besser vor Interventionen schützen.

Ängste, die immer wieder verdrängt werden, kommen irgendwann mit aller Macht an die Oberfläche. Kenne ich meine Ängste, kann ich besser mit ihnen umgehen und mich auf sie einstellen. Ich bin ihnen nicht mehr hilflos ausgeliefert.

Vor allem eine umfassende mentale Vorbereitung hilft mir, mein Ziel klar vor Augen zu haben. Mit meinem Ziel im Blick, lasse ich mich nicht so schnell verunsichern und kann so besser für meine Interessen und die meines Babys eintreten oder eine Vertrauensperson darum bitten, dies für mich zu tun.

Aus diesen Gründen lohnt es sich, eine geplante natürliche Geburt nach einem Kaiserschnitt (VBAC) besonders gut vorzubereiten.

Dabei haben sich folgende 4 Schritte herauskristallisiert, die in der Vorbereitung auf eine Geburt nach einem Kaiserschnitt hilfreich sind:

  1. Den Kaiserschnitt verarbeiten und verstehen, wie es dazu gekommen ist.
  2. Die medizinischen Möglichkeiten einer Geburt nach Kaiserschnitt ausloten (Stichwort absolute und relative Kaiserschnittgründe) und sich rechtzeitig von Ärzten und/ oder Hebammen beraten lassen.
  3. Verstehen, welche Abläufe sich bei einer Geburt auf körperlicher und psychischer Ebene abspielen und daraus ableiten, was ich brauche, damit die Geburt auch nach einem Kaiserschnitt gelingt.
  4. Sich körperlich, organisatorisch und ganz besonders mental auf die nächste Geburt vorbereiten.

Mit Hilfe dieser 4 Schritte gelang es mir, einen 3. Kaiserschnitt zu vermeiden und eine selbstbestimmte natürliche Geburt zu erleben. Dabei war für mich der Umgang mit meinen Ängsten und die mentale Vorbereitung besonders wichtig. Und dieses Wissen möchte ich gerne weiter geben.

 

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Ein Kommentar, sei der nächste!

  1. Hypnobirthing hat mir bei der Geburt, aber auch bei der Vorbereitung auf diese sehr geholfen. Zum einen hat die Hypnosetherapeutin mit mir nochmals meine traumatische Geburt aufgearbeitet und mit mir ein Netzwerk erarbeitet, sollte es wieder zu einem Kaiserschnitt kommen, dass ich nicht wieder in ein tiefes depressives Loch falle. Das gab mir Sicherheit. Zum anderen konnte ich mich während der Geburt wirklich gut entspannen und dadurch während der Wehenpausen kraft tanken. Hypnobirthing ist wirklich eine interessante Reise ins Unterbewusstsein. Ich kann es nur weiterempfehlen!

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