Benjamins Geburt nach Kaiserschnitt

Junge Mama

Im Oktober 2015 habe ich unseren wunderbaren ersten Sohn per Kaiserschnitt wegen Beckenendlage bekommen. Es war für mich kein traumatischer Kaiserschnitt. Wir haben danach sofort gebondet, das Stillen hat auf Anhieb geklappt, und wir haben eine super Bindung zueinander. Allerdings habe ich im Laufe der Zeit gemerkt, dass es für mich doch schwieriger ist, die ‚Geburt‘ so anzunehmen, wie sie war.

Ich hatte mir schon immer eine natürliche Geburt gewünscht, der geplante Kaiserschnitt war jedoch das komplette Gegenteil. Deshalb habe ich ein paar Monate später angefangen, mich mit dem ganzen Thema auseinanderzusetzen. Langsam wuchs meine kleine Bibliothek. Ich habe gelesen, was das Zeug hält, habe fleißig meine Narbe massiert, habe mich mit betroffenen Frauen ausgetauscht und habe immer mehr gemerkt, wie sehr ich mir eine natürliche Geburt wünsche. Schnell war mir klar, wenn wieder schwanger werde, dann nur eine Hausgeburt!

Als mein Kleiner seinen ersten Geburtstag feierte, wurde der Wunsch nach einem zweiten Wunder immer größer. Ich holte mir das OK von einer Osteopathin, die kontrollierte, ob es irgendwelche Verwachsungen etc gab. Alles war gut, Juhu. Obwohl die äußere Narbe sehr wulstig ist, war die innere Narbe gut geheilt. Ich hatte schon im Vorfeld Kontakt mit Hausgeburts-Hebammen, um zu erfahren, ob es jemanden gab, der mich unterstützt, sofort nur positives Feedback. Doppel Juhu

Die neue Schwangerschaft

Ich wurde relativ schnell schwanger. Und ich durfte eine tolle Schwangerschaft erleben. Mir ging es gut, ich genoss alles: die selbstbestimmte Schwangerschaft, meinen großen Sohn, die Bindung mit meinem Ungeborenen, das Vertrauen in meinen Körper und die ganze Lektüre, die ich immer noch verschlang. 

Ich machte einen online-Geburtsvorbereitungskurs, in dem es viel um Ängste auflösen, alte Gedankenmuster erneuern, Meditation etc ging, quasi rundum Erneuerung. Das war nicht immer einfach, weil es sehr in die Tiefe ging, aber ich fühlte mich immer sicherer. Ich betete viel und gab viele Sachen dem lieben Gott ab, was mir sehr viel gab bzw gibt.

Ich freute mich immer mehr auf die Geburt. Als meine Hebamme mir sagte, okay ab jetzt darf dein Baby zuhause kommen, sagte ich ihr (ich war überzeugt es wird ein Mädchen, wir ließen uns allerdings nicht sagen was es wird) jeden Tag, sie dürfe nun kommen, es ist alles bereit für sie.

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Am Abend des 21.8. (38+1) brachte ich meinen Großen ins Bett und irgendwie wusste ich in mir, das war das letzte Mal, dass ich ihn mit Baby im Bauch ins Bett gebracht habe. Etwas Wehmut kam hoch. In der Nacht auf den 22.8. konnte ich schon besonders schlecht schlafen, dachte allerdings an irgendwelche Verdauungsprobleme. 

Am Morgen dachte ich allerdings schon an Wehen, ach, bestimmt übt mein Körper. Es war den ganzen Tag so ca. alle 5-10 min.,fühlte sich wie Ziehen im Unterleib an, gut auszuhalten, aber wollte bereits veratmet werden. 

Die Geburt beginnt

Ich fuhr mit meinem Großen mit dem Fahrrad nochmals zum Bauernhof, wo wir oft sind und die Kühe beobachten, backte einen Kuchen, ging einkaufen und putzte das Haus (im Nachhinein muss ich lachen, das ganze in 5-10 minütigen Wehen). Abends ging ich noch mit meinem Großen in die Wanne, wollte einfach mal testen, ob es nun wieder weggeht. 

Mein Großer wollte relativ schnell wieder aus der Wanne. Mein Mann versorgte ihn, als es plötzlich plopp machte und sich das Wasser etwas grünlich färbte. Oh je ich bekam Angst, ist das Fruchtwasser nicht klar? Hilfe. Wir fuhren abends noch zur Hebamme, ja Fruchtwasser – hoher BS – aber es ging unserem kleinen Schatz gut. Wir sollten uns darauf vorbereiten, dass die Schwangerschaft  bald endet. Die Hebamme wollte am nächsten Morgen kommen, und wir sollten alle ins Bett gehen.

Wieder zuhause angekommen, legten wir uns ins Bett. Ich hielt es aber nicht besonders lange im Bett aus. Die Wehen wollten nun herausgeschrien werden und außerdem wollte ich mich immer irgendwo anlehnen und abstützen. So ging das dann die ganze Nacht. Ich habe mich irgendwann gar nicht mehr hingelegt hab, weil ich immer zu spät wieder aufgestanden bin und kaum zu meiner Stelle gekommen bin, wo ich mich am wohlsten gefühlt habe. Es ging also alles voran. Komischerweise genoss ich es richtig – endlich ging es los: Meine Hausgeburt, die ich mir schon seit Monaten immer so und so ausgemalt hatte. Bald würde ich unseren Schatz in den Armen halten. Zwischendrin musste ich weinen, es war alles sehr aufregend. 

Meine Hebamme gar mir Sicherheit

Meine Hebamme gab mir Sicherheit, dass alles gut läuft und gut vorangeht. Ich war beruhigt und ging in die Badewanne. Ich verbrachte die meiste Zeit in der Wanne oder auf dem Klo oder in irgendeinem Türrahmen . Mein Großer ging ein bisschen mit der Oma hinaus, er wollte Action und nicht seiner Mama beim Jammern‘ zuschauen. Ich hatte das Gefühl, es lief alles perfekt, jedoch war es für meine Hebamme nicht ganz so. Sie machte sich Sorgen um die Narbe und um mich, wielange würde ich und meine Narbe diese Wehen aushalten?

Es ging langsam voran, was für mich völlig okay war, da ich tief in mir wusste,mir und meinem Baby geht es gut, und es wird alles gut. Jedoch war bereits die Rede von einer Verlegung. Leider gab es zwischen der Hebamme und mir einige Kommunikationsprobleme, die sich als nicht so einfach darstellten, was zu einer komischen Distanz führte, die nun ihren Schatten über die Geburt legte.

Unter diesem Druck werde ich mich nicht öffnen können

Ich wusste, unter diesem Druck werde ich mich nicht öffnen können. Deshalb wollte ich allein in die Wanne, mein Mann ging mit, wir wollten einfach unsere Ruhe haben. Er motivierte mich, jetzt ruhig zu bleiben, einfach mal dem Kopf ausschalten und nur atmen und an nichts denken. Er war perfekt, er motivierte mich schon den ganzen Tag so gut und unterstützte mich in allem, der perfekte Geburts- und Lebensbegleiter.

Als er nochmals das Gespräch mit unserer Hebamme suchte, um zu besprechen, wie es weitergeht, begann ich in der Badewanne zu beten. Ich wusste, mir kann jetzt keiner helfen außer dem lieben Gott.

Ich betete

Als ich vor mich hin wehte, betete und atmete, ging plötzlich die Badezimmer-Tür auf und es kam meine NachsorgeHebamme vom ersten Kind herein, mit der ich ein inniges Verhältnis habe. Klingt komisch, aber in dem Moment wie ein Engel, der zu mir geschickt wurde. Sie motivierte mich, wir sprachen über alles, und plötzlich fühlte ich wieder ein plopp, Juhu Die Fruchtblase war aufgegangen und schon bei den nächsten Wehen merkte ich einen Druck. Wow Gott sei Dank. Ab diesen Zeitpunkt wusste ich, alles wird gut, dieses Kind werde ich zuhause in meine Arme nehmen.

Meine vertraute Hebamme untersuchte mich, und auch meine Hausgeburts-Hebamme war von dem Fortschritt überzeugt, wir blieben auf jeden Fall daheim. Ich sollte mich nun bei jeder Wehe an die Heizung im Bad hängen, so dass mein Becken entspannter ist und der Kopf runterrutschen konnte. Also machte ich das. Ich war nun in meiner eigenen Welt. Nur noch mit mir und dem Baby beschäftigt. Einfach nur Sein, atmen und Kopf aus.

Druck nach unten

Der Druck nach unten wurde immer stärker und ich begann schon mitzuschieben. Plötzlich begann es fürchterlich zu drücken und zu brennen und bei jeder Wehe wollte und konnte ich nicht mehr. Eröffnungswehen schön und gut, hätte ich noch eine Zeitlang mitgemacht, aber das hier war eine andere Nummer. Irgendwo im Hinterkopf war mir allerdings bewusst, okay, wenn du an diesem Punkt bist, dauert es nicht mehr lange. Ich konnte auch nicht anders als mitschieben, auch wenn mich das jedes Mal in Panik versetzt hat.

Und da war es wieder, dieses Brennen, ich dachte ich reiß von vorne nach hinten überall auf (Mist, vielleicht hätte ich das mit der Dammmassage doch mal probieren sollen) und da fühlte ich das Köpfchen, und schwuppdiwupp lag da plötzlich ein ganzes Kind  zwischen meinen Beinen. Und nein, ich dachte nicht oh wie winzig, sondern krass, dieses große Kind habe ich zur Welt gebracht ??? Und aaah was ist das ? Es ist ein Bub, was für eine Überraschung.

Unser kleiner Benjamin war geboren. Wow, was für ein Wunder, was für eine Arbeit und was für ein großes Geschenk des Himmels. Für die nächsten Momente gibt es keine Beschreibung, sein Kind das erste Mal zu sehen und zu spüren und zu riechen, das kann man nicht in Worte fassen.

Ca 15 min später kam der große stolze Bruder und etwa eine Stunde später die Plazenta. Ich wusch mich noch ab und Juhu alles war heile bis auf eine kleine Schürfwunde, die Hebamme machte die U1, und wir gingen überglücklich ins Bett. 

Ich kann nur soviel sagen, ich glaube jede Geburt und jedes Kind hat seine Besonderheiten, es ist nicht alles perfekt und es gibt diese Ängste die jeder von uns hat. Die auch sein dürfen. 

Und es gibt Dinge, die wir eben nicht immer beeinflussen können und auch einfach mal abgeben müssen. Wer weiß wofür es später mal gut ist. Ich denke, das Wichtigste ist, zu wissen, man hat sein Bestes gegeben, hat selbst entschieden und wurde nicht übergangen.

Am Ende zählt der Blick in diese zuckersüßen Augen, die einen anstrahlen und darauf warten, geliebt zu werden.

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