VBAC nach traumatischem Kaiserschnitt

Finger in der Hand von Neugeborenem

Nach einem geplanten, aber dennoch schrecklichen Kaiserschnitt beschließt Nicole, das sie so etwas nicht noch einmal erleben möchte. Doch fast wiederholte sich die Geschichte.

Mein Geburtsbericht: Natürliche Geburt nach Kaiserschnitt

Wo fang ich bloß an?

Im Jahr 2014 brachte ich meine erste Tochter durch eine geplanten Horror-Kaiserschnitt bei 40+4 auf die Welt.

Der Kaiserschnitt entstand wegen unterschiedlicher Meinungen der Ärzte und Verdacht auf HELLP, was sich aber nie bestätigte.

Der Kaiserschnitt an sich war furchtbar. Die betreuende Hebamme nahm mir nicht die Angst, sondern gab mir zu verstehen, dass sie geplante Kaiserschnitte nicht gut heißt.

Der Anästhesiepfleger hatte längst Feierabend (es war 8 Uhr morgens und er war noch vom Nachtdienst da). Er gab mir zu verstehen das er hierauf keine Lust habe, da in 2 Stunden sein Flieger nach Mallorca ginge.

Die Anästhesie – Ärztin sprach und verstand fasst kein Deutsch.

Ich bekam weder Hinweise dazu, was gleich passieren würde, noch reagierte sie auf mein kribbelndes Bein und meine komplette Gelähmtheit bis zum Gesicht.

Erst als ich mit der Herzfrequenz auf 30 Schläge pro Minute abfiel, kam die Oberärztin und es wurde reagiert.

Danach behandelte man mich wie eine Vollnarkose Patientin obwohl ich ja wach war. Die Schmerzen nach dem Kaiserschnitt und die Nachwehen waren auch nicht ohne. Das zu meiner ersten Geburt.

Nun war ich wieder schwanger und für mich stand fest: Dieses Mal wird alles anders. Ich plane eine natürliche Geburt.

Als Erstes suchte ich mir eine tolle Beleghebamme und wechselte den Frauenarzt.

Doch leider kam alles anders, als erwartet.

Ich hatte einen Gallenstein mit immer wieder starken Gallenkoliken. Dazu stiegen meine Leberwerte an und es bestand wieder der Verdacht auf HELLP, der allerdings nicht bestätigt werden konnte. Ich war deshalb 3 mal ambulant im Krankenhaus.

Nach langem Hin und Her und vielen Gesprächen wurde für den ET ein geplanter Kaiserschnitt angesetzt.

Ich versuchte mich damit anzufreunden. Doch 2 Tage vor der OP hatte ich ein ganz komisches Gefühl. Irgendetwas passte nicht.

Ich suchte das Gespräch mit meiner Hebamme und entschied mich, den Termin abzusagen

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und eine natürliche Geburt zu probieren, da sich Blutwerte normalisiert hatten und die Koliken verschwunden waren.

Am ET+5 war ich bei meiner Hebamme, denn es war klar, ab ET + 8 wird ein Kaiserschnitt durchgeführt. Länger lässt man mich nicht über den Termin gehen.

Die Tage vorher hatte ich schon immer mal Wehen aber nix Gescheites.

Am ET +5 vormittags ging ich dann zu meiner Hebamme. Dort gab es Akupunktur, Globulis und die Eipolösung wurde gemacht.

Der Muttermund war fingerdurchlässig und Zervix zu 1/3 erhalten.

Am Nachmittag gegen 16 Uhr bekam ich unregelmäßige Wehen und um 18 Uhr kamen sie schon alle 10 Minuten.

Ich rief meine Hebamme an.

Sie meinte, ich solle ein Bad nehmen und mich melden, wenn die Wehen über zwei Stunden alle 5 Minuten kommen. Nachts um 2 Uhr kamen die Wehen dann regelmäßig alle 5 Minuten und so stark, das ich sie auch veratmen musste.

Um 4 Uhr rief ich wieder die Hebamme an. Sie schickte mich für eine Stunde in die Badewanne. Danach telefonierten wir wieder.

Die Wehen waren gleich bleibend und so trafen wir uns um 6 Uhr früh nach einer schlaflosen Nacht im Kreissaal.

Dort angekommen, wurde ich erstmal untersucht:

Muttermund 2 cm und Zervix verstrichen.

Eigentlich noch sehr wenig . Und dann tat meine Hebamme das, was man eigentlich nach Zustand Sectio nicht bekommen sollte. Aber ich vertraute ihr voll und ganz. Ich bekam eine PDA und einen Wehentropf. Zusätzlich noch eine Schmerzinfusion und alle 30 Minuten wurde mein Muttermund manuell von meiner Hebamme geweitet.

Um 10 Uhr war der Muttermund vollständig geöffnet und ich muss sagen, während dieser 4 Stunden war es absolut relaxt und entspannt.

Die Schmerzen waren dank der PDA mehr als erträglich.

Nun folgten die Presswehen die schon sehr heftig waren. Ich durfte auch nicht mehr nachdrücken bei der PDA und die Schmerzinfusion war auch leer.

Aber meine Hebamme leitete mich super an und half mir mit Positionsveränderungen, warmen Kompressen sowie richtigem Atmen durch die Presswehen.

Um 10:41 Uhr kam unsere Tochter zur Welt.

Es war ein unglaubliches Gefühl, als ich das Köpfchen zwischen meinen Beinen spürte.

Es aus eigener Kraft geschafft zu haben – das Gefühl war unbeschreiblich und ich werde diese Geburt nie vergessen .

Mit dieser Geburt wurde meine Seele vom furchtbaren Kaiserschnitt geheilt.

Zu unserer Überraschung war die Maus sehr schwer und hatte einen großen Kopf: 3800g und 37 cm Kopfumfang. Jeder sagte zuvor immer, sie wäre zierlich.

Aber dafür hat die Hebamme ganze Arbeit geleistet. Ausser einem kleinen Scheidenriss, der mit 2 Stichen genäht werden konnte, ist alles ganz geblieben .

Ich will hier allen Mut machen, das Vieles möglich ist.

Sucht Euch eine tolle Beleghebamme und einen guten Arzt und vertraut auf euer Gefühl. Dann ist Vieles machbar.

Ich bin mir sicher ohne Beleghebamme wäre es eine 24 Stunden Geburt geworden, die dann bestimmt im Kaiserschnitt geendet wäre.

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