Hauptsache, das Baby ist gesund !

Mutter schlafend

„Hauptsache Dein Baby ist gesund.“ war einer der ersten Sätze, die ich hörte, als ich meiner Familie über die Geburt meines ersten Kindes durch einen Kaiserschnitt berichtete. Wie es mir dabei ergangen war? Zweitrangig. Daß ich mein Kind gar nicht so richtig als meins erkannte? Nicht so schlimm. Das wird schon werden!

Über 30% aller Geburten enden in einem Kaiserschnitt. Bis zu 34% aller Mütter erleben die Geburt ihres Kindes als traumatisch (Soet 2003).

In einer deutschen Untersuchung beobachten die Forscherinnen Rohde und Pantlen (Rohde 2001) direkt nach der Geburt bei 51% der Mütter Angst, in 46% der Fälle eine depressive Verstimmung und Ärger und Gereiztheit bei 21% der Mütter.

Bei mir war es „nur“ eine Art innerer Taubheit und und Verwirrung, mit der mich die Geburt zurück gelassen hatte. Nach außen hin funktionierte ich einfach weiter.

Doch bei einem Teil der Mütter (13-20%) zeigen sich später tatsächlich Anzeichen für erlittene Traumata (De Schepper 2015). Dazu gehören Schlaflosigkeit, Alpträume und Flashbacks (Elmir 2010).

Dabei ist die Wahrnehmung, ob ein Ereignis als traumatisch erlebt wird, höchst individuell.

So definiert der Traumatherapeut und Traumaforscher Peter Levine, ein Trauma folgendermaßen:

  • Zu schnell
  • Zu viel
  • Zu plötzlich

Man kann ein Trauma also nie an einem speziellen Ereignis, sondern nur am Empfinden der Betroffenen festmachen.

Deshalb erleben die meisten Mütter medizinisch erforderliche, geplante Kaiserschnitte und Wunschkaiserschnitte eher als positiv, zumindest dann, wenn die Begleitung und der Umgang mit der Mutter traumasensibel erfolgte.

Anderes sieht es beim ungeplanten Kaiserschnitt aus. Viele Mütter leiden unter der unvorhergesehenen Beendigung der Geburt. Sie fühlen sich unvollkommen und wertlos, trauern um die verlorene Geburtserfahrung und hadern mit sich und ihrem Körper.

Ob eine Mutter ihren ungeplanten Kaiserschnitt tatsächlich als traumatisch empfindet, hängt auch davon ab, ob sie in die Entscheidung mit einbezogen wurde. Wurde die Entscheidung über sie hinweg getroffen, hat sie einen so genannten Kontrollverlust oder gar Gewalt erfahren, erlebt sie den Kaiserschnitt sicherlich eher als traumatisch, als wenn sie aktiv an der Entscheidung beteiligt war.

In der Praxis  läßt sich das aber oft gar nicht so konkret feststellen. Da kommt es zu einem Geburtsstillstand, es ist Dienstwechsel und der Dienstarzt möchte aus verständlichen Gründen einfach nur den „Kreissaal leermachen“. Schließlich weiß niemand, mit welchen Notfällen während der Nacht sonst noch zu rechnen ist. Dann wird die Mutter darüber in Kenntnis gesetzt, daß nun der Kaiserschnitt anberaumt wird. Mitspracherecht hat sie in dieser Situation eher wenig.

Auch bei mir war das so. Ich habe den Kaiserschnitt in diesem Moment einfach hingenommen. Kraft zum Protestieren hatten mein Mann und ich nach mehr als 24 Stunden Wehen schon lange nicht mehr. Es war eben so.

Kommt es jedoch im Verlauf der Geburt oder während der Schwangerschaft zu einem  Notkaiserschnitt, hinterläßt dies fast immer tiefe Spuren bei der Mutter und den Begleitpersonen.

Besonders dann, wenn die Mutter oder Begleitpersonen mit folgenden Erlebnissen umgehen mussten:

  • Angst um das eigene Leben oder das Leben des Kindes
  • Kontrollverlust / Ausgeliefert sein
  • Plötzliche Entscheidungen
  • Komplikationen /Tod oder Behinderung des Kindes
  • “Ruppiger” Umgang / Verletzung der Schamgefühle
  • Unerträgliche Schmerzen
  • Trennung von Mutter und Kind nach der Geburt

Gerade nach einem Kaiserschnitt erleben viele Mütter neben der Erleichterung über die Geburt, tiefe Trauer und Schmerzen. Sie fühlen sich seelisch und körperlich verletzt.

Manche Mütter berichten, sie würden sich beim Anblick ihres Babys nicht freuen können oder erkennen das Baby nicht als ihr Kind. Dieses Fremdheitsgefühl meinem Baby gegenüber habe ich auch kennen gelernt. Es war für mich einen große Entlastung, als ich erfuhr, dass es vielen Kaiserschnittmüttern so geht.

Dass aus diesem distanzierten Gefühl dem Baby gegenüber,  Schuldgefühle erwachsen können, ist  verständlich. Die wenigsten Mütter trauen sich, darüber zu sprechen und werden in dieser Situation oftmals nicht adäquat aufgefangen.

Generell fehlt es in vielen Kliniken und auch in vielen Familien an Verständnis für die Situation von Kaiserschnittmüttern und Müttern, die die Geburt ihres Kindes nicht so erleben durften, wie sie es sich vorgestellt hatten.

Ein „so schlimm war es doch nun auch wieder nicht“ bagatellisiert das Erlebte und kann das Trauma der Mutter vertiefen.

Absolute No Go´s sind:

„Sei  froh, dass Deinem Kind gut geht!“ Denn, bei der Mutter kommt an: „Ich sollte dankbar sein, bin es aber nicht.“

„Ach das wird schon, mach Dir keine Sorgen!“ Für die Mutter heißt das:  „Niemand versteht, wie es mir geht.“

„Hauptsache, Dein Baby ist gesund!“ bedeutet für die Mutter: „Wie es mir geht, ist nicht so wichtig.“

Einigen Kaiserschnittmüttern dürften auch die folgenden Sätze bekannt vorkommen:

  • Jetzt machen Sie doch nicht so ein Theater deswegen!
  • Sie haben sich´s aber leicht gemacht!
  • Das war doch gar keine richtige Geburt!
  • Wenn Sie stillen wollen, sollten Sie keine/ wenig Schmerzmittel einnehmen!

Doch es geht auch anders: 

Obwohl das Erlebte nicht rückgängig gemacht werden kann, hilft es Müttern, wenn sie in der Klinik und im persönlichen Umfeld über ihre Erlebnisse sprechen können.

Deshalb bieten inzwischen einige Kliniken und fast alle Hausgeburts- und Geburtshaushebammen Nachgespräche zur Geburt an.

Im Idealfall bietet so ein Gespräch Raum für all jene Fragen und die Dinge, an die sich die Mutter nur zum Teil und vielleicht nur verschwommen erinnern kann.

Dabei haben auch die Geburtshelfer die Möglichkeit, ihr Handeln noch einmal zu erklären. Gerade dann, wenn es während der Geburt zu hektischen Situationen gekommen ist, hilft es der Mutter, wenn die anwesenden Geburtshelfer ihr Bedauern darüber zum Ausdruck bringen.

So fühlt sich die Mutter in ihrem Erleben ernst genommen und erfährt im Nachhinein Akzeptanz und den respektvollen Umgang, den sie während der Geburt vermissen mußte.

Nicht erschrecken, wenn bei einem solchen Gespräch die Tränen fließen. Das kommt häufiger vor und ist normal.

Wenn das Gespräch erst mit etwas zeitlichem Abstand zur Geburt stattfindet, ist es gut, sich einige Fragen zu notieren, damit man nicht vergisst, Dinge, die einem sehr wichtig sind, auch wirklich anzusprechen.

Mögliche Fragen oder Inhalte bei einem Gespräch können sein:

  • Wie habe ich die Geburt wahrgenommen?
  • Wie habe ich mich gefühlt?
  • Einen Kontrollverlust ansprechen und erfragen, wie es dazu kommen konnte.
  • Welche Eingriffe haben in den physiologischen Geburtsverlauf stattgefunden?
  • Welche Alternativen hätte es gegeben?
  • Hätte der Kaiserschnitt verhindert werden können? Wenn ja, wie?

Genau solch ein Gespräch hätte ich mir nach meinem Kaiserschnitt gewünscht. Doch ich blieb mit meinen vielen Fragen zur Geburt allein. Es hieß nur lapidar, Dein Kind war eben zu groß. Sei froh, dass es so gekommen ist.

Einen wunderbaren Artikel zum Nachgespräch nach der Geburt hat die Hebamme Anja Constance Gaca in ihrem Blog „Von Guten Eltern“ geschrieben, den ich hiermit wärmstens empfehle.

Und nicht zuletzt:

Ganz wichtig für Mütter, die traumatische Erfahrungen während der Gebucht gemacht habe, ist die Information, dass ihr Verhalten nach einer traumatischen Geburtserfahrung eine normale Reaktion auf ein abnormales Ereignis ist. 

Nachtrag

Wenn Symptome, wie Alpträume, Schlaflosigkeit oder plötzliches Wiedererleben der Geburtssituation anhalten oder sich eine Mutter ihrem Kind nach der Geburt nicht nahe fühlt, bestehen unterschiedliche Möglichkeiten, sich auf den Weg der Heilung zu begeben.

Davon handelt auch mein aktueller Blogartikel, der demnächst erscheint:

Wege aus dem Trauma: wie Du ein schmerzhaftes Geburtserlebnis verarbeitest

Heilung ist möglich, ganz langsam und in kleinen Schritten.

Dabei wird das traumatische Ereignis nicht ausradiert oder vergessen. Das Ziel ist vielmehr, diese Erfahrung in das eigene Leben zu integrieren, damit das traumatische Erlebnis nicht mehr als so belastend empfunden wird.

Wie das geschehen kann, darüber berichtet Nina Winner in ihrem aktuellen Webinar: Wege aus dem Trauma .

Nina arbeitet seit über 10 Jahren therapeutisch mit Frauen, die Traumata erlebt haben und hat sich auf Frauen- und Mütterthemen spezialisiert.
Sie löst Traumata über die Körperebene und arbeitet mit der tiefenpsychologisch orientierten Bewegungsanalyse. Außerdem arbeitet sie mit der Methode der intuitiven Körperarbeit, die sie sich selbst erschlossen hat. Des Weiteren kommen Techniken aus der Tanztherapie, der Meditation, der Selbsthypnose, der Arbeit mit dem inneren Kind und des Visualisierens zur Anwendung.

Webinar: Wege aus dem Trauma:

In ihrem kostenlosen Webinar erklärt Nina was ein Trauma ist und welche Wege wir als Frauen beschreiten können, um uns zu heilen.

Literatur:

Soet E.J., Brack A.G. & Dilorio C. (2003) Prevalence and predictors of womans experience of psychological trauma during childbirth

Schwarz C. Entwicklung der geburtshilflichen Versorgung am Beispiel geburtshilflicher Interventionsraten 1984–1999 in Niedersachsen.

Panthlen A., Rohde A., Psychische Auswirkungen traumatisch erlebter Entbindungen, 2001

Elmir R., Schied V., Wilkes L& Jackson D (2010) Womens‘s perceptions and experiences of a traumatic birth: a meta-ethnografhy Journal of advanced Nursing 66 (10)

De Schepper S. Post-Traumatic Stress Disorder after childbirth and the influence of maternity team care during labour and birth: A cohort study. Midwifery 2015

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34 Kommentare, sei der nächste!

  1. Ich danke dir von ganzem Herzen für deine Artikel und dein Engagement! Es hilft ungemein zu wissen, dass es auch anderen so geht und wie es vielleicht bei einer anderen Geburt anders werden könnte.

  2. Danke dafür! Und vielleicht noch ergänzen, dass es definitiv auch Sinn macht, die Akte anzufordern und ggf. auch Dinge rechtlich prüfen zu lassen / Anzeige zu erstatten, wenn es zu Gewalt und Übergriffigkeit kam oder das Bauchgefühl Ungereimtheiten signalisiert. Das passiert noch viel zu selten! Alles Gute Dir.

  3. Vielen Dank für diesen wundervollen Beitrag. Alle Gefühle, die Du beschreibst, kenne ich. Bei mir musste ein Kaiserschnitt gemacht werden, da unsere Tochter auf die Einleitung mit pathologischen Herzgeräuschen reagierte. Ich wurde zwar nicht überrumpelt wie Du, aber wirklich selbst entschieden habe ich das auch nicht. Die Ärzte boten mir an, eine weitere Einleitung auszuprobieren. Die Hebamme riet mir davon aber ab. Mein Mann und ich waren also am Ende auf uns allein gestellt. Die ersten Zeit nach der Geburt habe ich so viel geweint, wie mein ganzen Leben noch nicht. Ich fühlte mich, als wenn ich versagt hätte – von den Schmerzen ganz zu schweigen.
    Auch dieses Fremdheitsgefühl dem eigenen Kind gegenüber kenne ich. Ich habe mich deswegen so geschämt und gedacht, ich sei eine schlechte Mutter, weil ich nicht sofort in Glücksgefühlen versank. Ich hätte mir so gewünscht, Ansprechpartner in dieser Zeit zu haben. Aber alle Frauen um mich rum hatten entweder noch nicht entbunden oder hatten ihre Kinder auf natürlichem Weg bekommen (allein dieser Begriff degradiert uns „Kaiserschnitt-Mütter doch schon). Jetzt ist meine Tochter zwei und ich bin als Mutter „angekommen“. Am Ende wird also doch alles gut.

  4. Ein sehr guter Artikel, ich habe drei verschiedene Geburten erlebt und definitiv ein Trauma nach einem Notkaiserschnitt unter Vollnarkose hinter mir. Erst die Geburt meiner dritten Tochter als geplanten Kaiserschnitt mit pda konnte mich mit dem zuvor Erlebten abschließen lassen. Es war ein Stück weit auch eine Nachholung der Geburt unter Vollnarkose, nun wusste ich was da passiert war….

  5. Danke für diesen Artikel. 5 Monaten nach meinem Notkaiserschnitt fühle ich mich langsam als Mutter. Langsam verblassen die Erinnerungen und Gefühle. Was ich nie vergessen werde ist die direkte Trennung von meinem Kind nach der Geburt, die Verweigerung der Hebammen mich auf die Kinderstation zu bringen, die fatale Saugverwirrung duch die Fremdbetreuung und die unendliche Einsamkeit. Mein Plan war definitiv ein Anderer, aber es ist gut zu wissen mit diesen Erfahrungen nicht allein zu sein.

  6. Danke! Ich bin froh zu wissen das man nicht alleine ist, nur schade das man es nach der Geburt war und man (Mutter&Kind)diese negativen Gefühle durchleben musste und so viele Menschen nicht wahrnehmen oder ernst nehmen, wie schlimm das alles ist, auch wenn alle gesund&munter sind. Zum Glück, lieben einen die Kinder immer bedingungslos, egal was man für Startschwierigkeiten hatte. Ich liebe meine Tochter, hätte mir aber eine schöner Anfangszeit gewünscht, auch fast 2 Jahre nach der Geburt kommt manchmal so ein komisches Gefühl hoch.

  7. Ich bin auch eine Kaiserschnitt-Mama, allerdings war es bei mir nicht mit so dramatischen seelischen Folgen, da es von Anfang an feststand, dass aus medizinischen Gründen nur ein Kaiserschnitt erfolgen kann. Das hatte jedoch zur Folge, dass ich andauernd quasi zu hören bekommen habe, dass ich es ja super gut hatte keine stundenlangen Wehenschmerzen aushalten zu müssen und dass ich ja auch so glücklich darüber sein kann keinen Dammriss/-schnitt erlitten zu haben und das ja alles unerträgliche Schmerzen seien… Dass ich super heftige Nachwehen hatte, die mich echt überrascht hatten (schließlich hatte ich vorher keine Wehen und während des Kaiserschnitts war ich betäubt) und selbst meine Hebamme meinte, dass der Wehenschreiber bei mir sehr starke Nachwehen angezeigt hat und dass meine Kaiserschnittnarbe ja auch nicht nur ein super kleiner harmloser Eingriff war sondern meine Bauchdecke komplett von einem Beckenknochen zum anderen geöffnet wurde und das auch alles erstmal heilen muss und meine Narbe 6 volle Monate geeitert hat und sehr wohl starke Schmerzen verursacht hat, hat dann irgendwie niemanden interessiert… Immer heißt es nur „ach sei doch froh, da hast du dir so viel Schmerzen erspart, die man bei einer normalen Geburt hat“…

    1. Liebe Sabrina, ein Kaiserschnitt ist eine große und schmerzhafte Operation und niemals ein einfacher Weg ein Kind zur Welt zu bringen. Um Dein Kind zu beschützen und vor möglichen Komplikationen zu bewahren, hast Du das auf Dich genommen. Schmerzen hast Du Dir damit bestimmt nicht erspart. Ich hoffe, das Du Menschen in Deinem Umfeld findest, die das zu würdigen wissen. Alles Liebe Ute

    2. Hallo Sabrina. Diese Sätze nach meinem Kaiserschnitt bei meinem ersten Kind kenne ich nur zu gut. Besonders von Müttern mit mehreren Kindern, die mir genauso jedes mal, wenn es Geburten ging mitfühlend sagten, dass ich ja Glück hatte. Ein Dammriss ist ja so etwas schreckliches und die Schmerzen unter den Wehen…
      Ich fühlte mich auch als Mutter zweiter Klasse, die nicht mitreden konnte, wenn es um Schmerzen während der Geburt ging. Obwohl ich die Narbenschmerzen schon sehr heftig fand. Am gleichen Tag, nur ein paar Stunden nach dieser Bauchoperation – was es letztendlich ja auch ist – sollte ich schon aufstehen. Wow, dachte ich, die anderen Mütter mit Kaiserschnitt können das wohl? Ich konnte es nicht. Mir rauschte das Blut in den Ohren und ich kam nicht einmal auf die Füße.
      Ich hatte bei meinem zweiten Kind das Glück, spontan zu entbinden. Und ich bin über diese Erfahrung doppelt froh, denn nun habe ich den direkten Vergleich und kann allen Müttern versichern – die Schmerzen bei einer natürlichen Geburt sind nicht so schlimm wie bei einem Kaiserschnitt und auch von anderer Art. Ich muss hinzufügen, dass ich keine einfache Geburt das zweite mal hatte. Ich bin über die Maßen gerissen bis ins Innere Hinein und habe sehr viel Blut verloren. Aber diese Schmerzen fand ich erträglich hinterher. Und es ist alles gut verheilt. Ich möchte mit meinen Worten keine Fronten schaffen, sondern lediglich für etwas mehr Sensibilität untereinander plädieren und den Kaiserschnittmüttern sagen – ihr habt bei der Geburt genauso viel geleistet und gegeben.

  8. Hallo,
    Auch bei mir sitzt das Erlebte das jetzt sogar schon mehr als 7 Jahre her ist noch tief und lässt mich gelegentlich noch in Tränen ausbrechen.Zu wissen,dass ich mein Kind nicht alleine gebären konnte hat mich fühlen lassen gründlich versagt zu haben.die anschließenden Tränen wurden mir zugesagt,aber ich solle mir mal ein Päckchen Taschentücher nehmen und mich richtig ausweinen,dann ginge es mir besser(so die Aussage einer Krankenschwester).
    Das tat es nicht.ich fand „mein Kind“ sehr schön,aber ich habe es nur „manuell“ versorgt und mit Erschrecken nach ca.2Wochen festgestellt,dass ich mir mein Kind gar nicht angelacht habe geschweige denn richtig Zeit genommen es anzusehen.es war mir schlichtweg Fremd.
    Ich wusste dass es meine Pflicht war dieses unschuldige Geschöpft zu versorgen,die Liebe war allerdings tief versteckt.
    Auch heute fühle ich mich nach diesem Erlebnis schlecht und als Versagerin.Nach so langer Zeit.
    Ich wünsche jeder Gebärenden eine für sie gute Geburt.

  9. Hallo ,mein geplanter Kaiserschnitt ist jetzt über 9 Jahre her …Ich habe mich bewusst dafür entschieden….Ich habe nach mehreren „Versuchen“ endlich meine Wunschkind“er“bekommen. Ich hatte solche Angst das den beiden bei der Geburt etwas passiert…Das ich gar nicht daran gedacht habe wa das für mich bedeutet ..anfangs hab ihn mir eingeredet es ist alles gut …und das war das beste….Aber immer wenn mein Mann und ich über die Geburt reden merk ich was das mit mir gemacht hat …Es verblasst immer mehr ..Und ich erfreue mich jeden Tag an meine beiden …Mit meinem Mann hab einen Partner an meiner Seite mit dem ich alles schaffen und übersstehen kann…Ich finde es gut das ihr darüber redet….und wir müssen uns nicht schämen oder schlecht fühlen…

    1. Hallo Tina, lieben Dank für Deinen Beitrag. Deine Worte berühren mich sehr. Für den Kaiserschnitt schämen? Nein, niemals. Es ist eine große Operation, die entweder notwendig ist, oder zumindest wird es den Frauen in dem Moment suggeriert und sie haben keine Wahl, oder eine Entscheidung, die die meisten Frauen sehr bewusst treffen.
      Magst Du mir mal unter info@geburt-nach-kaiserschnitt.de schreiben? Ich würde mich sehr freuen, wenn Du vielleicht Lust hättest, mehr über Deine Geburtserfahrungen zu berichten.

  10. Hallo, ja bei dem Thema kaiserschnitt kann ich auch mitreden. Ich hatte zwei. Der erste war ein notkaiserschnitt, der zweite eine angstentscheidung. Ein kleiner auszug aus meinem Leben…
    Ich war bei der ersten geburt total kraftlos danach. Ich hatte schmerzen ohne ende, ich habe zusätzlich unheimlich geschwitzt. Ich konnte mich nicht bewegen, trotz schmerzmittel. Mein kind lag nebenmir, jedoch hätte es auch irgendein anderes sein können, es war mir egal. Ich konnte es mir nicht selber nehmen musste immer nach der schwester klingeln. Ich war total überfordert mit der Situation. Ich war froh wenn das kind nicht bei mir war, konnte mich eh nicht drum kümmern.leider.
    Jetzt sind sie 6 und 4 Jahre ich komm nun endlich im Familienleben an. Ich muss dazu sagen, ich bin selbstständig war zwei monate zu hause und dann wieder voll arbeiten. Und es lief zusätzlich so einiges schief in meinem leben. Muss das jetzt alles aufarbeiten…. Mein Körper hat stark gelitten..

  11. Hallo,
    Ich habe meine erste Tochter „normal“ nach langer Einleitung durch einen Wehentropf zur Welt gebracht. Das war keine schöne Geburt und ich war nach 18 Stunden einfach nur fertig. Dennoch habe ich wahnsinnig tiefe Glücksgefühle empfunden.
    Meine zweite Tochter ist nach einer komplikationslosen Schwangerschaft am Geburtstermin per Notkaiserschnitt zur Welt gekommen. Bei der vorangegangenen Untersuchung waren keine Herztöne mehr auffindbar. Leider ist sie durch einen Plazentainfarkt hirntod zur Welt gekommen. Wir haben noch am selben Tag alle lebenserhaltenden Maschinen abstellen lassen.
    Tiefe Trauer, der Schock über den Notkaiserschnitt und der Umstand, dass ich keine Ahnung von den Geschehnissen hatte als ich aus der Narkose aufgewacht bin, haben mich sehr traumatisiert. Nur mit einer Therapie habe ich mitmeinem Mann geschafft, diese Erlebnisse zu verarbeiten.
    Unser drittes Kind war eine Fehlgeburt und wurde in der 12 Woche ausgeschabt. Was soll ich sagen? Es war schlimm, aber ich hatte ja schon schlimmeres erlebt.
    Die vierte Schwangerschaft wurde als Hochrisikoschwangerschaft eingestuft und entsprechend begleitet. Ich war oft mehrfach in der Woche zu Untersuchungen und musste täglich Heparin spritzen. Unser Sohn wurde in der 32. SSW per Kaiserschnitt auf die Welt geholt, da es auch hier Versorgungsprobleme gab und er nicht mehr wachsen wollte. Er lag 5 Wochen auf der Frühchenstation. Durch die starken Blutverdünner durfte ich am Tag des Kaiserschittes das Bett nicht verlassen, da das Risiko von Einblutungen zu groß war. Ich habe ihn am nächsten Tag erst auf Intensiv voll verkabelt gesehen. Er lag im selben Zimmer, in dem unsere Tochter gestorben war.
    Nach fünf Wochen durfte er nach hause. Das Gefühl, mein Sohn ist mir fremd, kenn ich sehr gut. Aber meine Hebamme hat mir sehr einfühlsam mit kleinen Tricks geholfen, dass ich ihn ganz schnell annehmen konnte und die Gefühle zu ihm genauso intensiv wurden wie ich es mir gewünscht habe.
    Natürlich leide ich unter den Kaiserschnittsituationen, denn sie sind für mich wahrlich negativ behaftet. Nichts desto trotz steht für mich nun der Satz : „Hauptsache, das Kind ist heil auf der Welt.“ im Vordergrund und meine eigenen Befindlichkeiten sind einfach nebensächlich. Ja, es waren Schmerzen, viele, bei jeder Geburt. Körperlich und seelisch. Trotzdem hadere ich nicht damit.

    1. Liebe Anne, ich danke Dir sehr für Deinen Beitrag zu meinem Blogartikel. Es tut mir sehr leid, zu lesen, was Du erleben musstest. Und ja, natürlich relativiert dieses Erleben alles Andere. Es ist wichtig, dass wir uns das immer wieder bewußt machen, welch ein großes Geschenk es ist, ein lebendes und gesundes Kind zu haben.

    2. Liebe Anne

      Wahnsinn… ich lese so viel Stärke aus deinen Worten! Trotz all deinen Erlebnissen. Es tut mir wahnsinnig leid. Schön hast du ein Weg gefunden, mit dem ganzen so gut klar zu kommen! Ich wünsche dir nur das Beste!

      M.

  12. Danke für den Artikel! Ich habe drei Kinder, Nr. 1 und 3 kamen normal, was mich die Kaiserschnitterfahrung hat verarbeiten lassen. Trotzdem kamen mir wieder die Tränen, als ich den Artikel las.
    Ich empfand den Kaiserschnitt als sehr schmerzhaft, körperlich und psychisch. Außerdem war ich mir zunächst unsicher, ob das mir präsentierte Kind tatsächlich meines ist. Und das, obwohl ich gleich nach dem Zugenäht-werden zum Kind gebracht wurde. Da das Kind auf der Kinderstation war, und ich auf der Frauenstation, war es zusätzlich schwer, obwohl die Kinderstation mir ein Foto von meinem Baby mitgegeben hat. Ich habe regelrecht um die abrupte Beendigung der Schwangerschaft getrauert.

  13. Leider kann ich dem Artikel nicht zustimmen.
    Als Mama eines Kindes das durch einen zu späten Notkaiserschnitt schwerst beeinträchtigt und mit 5 Monaten an den Folgen dessen gestorben ist kann ich nur sagen – Ja seit doch einfach froh das euer Kind gesund ist und die Hebammen und Ärzte alles dafür gegeben haben! Ja ihr dürft ein Kind mit nach Hause nehmen das schreit, sich bewegt und trinkt-nicht ein Kind das in einem Wachkoma ähnlichen Zustand Sondiert werden muss, sich nur bewegt wenn es Krampft und ständig abgesaugt werden muss damit es nicht an seiner eigenen Spucke erstickt.
    Für mich ist dieser Artikel der reinste Hohn und in meinen Augen wisst gar nicht was wirklich schlimm ist!

    1. Liebe Elisabeth,
      zu allererst Mein tiefstes Beileid für den Verlust, den du erlitten hast! Sein Kind zu verlieren ist ein schwerer Schicksalsschlag.
      Aus deiner Antwort liest man den Schmerz/Trauer/Wut deutlich heraus.
      ABER, um es mit deinen eigenen Worten auszudrücken, ist dein Kommentar der reinste Hohn!
      Gefühle kann man nicht objektiv einordnen sondern sollte man subjektiv betrachten, da jeder seinen Schmerz und sein Leid anders empfindet und somit für jeden andere Ereignisse einschneidend und traumatisierend sind!
      Nur weil DEIN Verlust für DICH subjektiv schlimmer ist als alles andere Leid auf dieser Welt, bedeutet das nicht, dass jemand anderer seinen Schmerz/sein Leid nicht mehr kundtun darf!
      Stell dir vor, jemand sagt dir jetzt, dass dein Verlust ja nur halb so schlimm ist und du nicht mehr trauern darfst, weil es jemand anderem schlechter ergangen ist…
      Genau das tust du nämlich mit der Erstellerin des Blogs!

      Ich wünsche dir von Herzen, dass du dein Erlebtes mit professioneller Hilfe aufarbeiten kannst!

      Alles Liebe B.

    2. Liebe Elisabeth,

      herzlichen Dank für Deinen Beitrag und Deine ehrlichen Worte.

      Dein Verlust ist nicht in Worte zu fassen und Deine Trauer und Wut sehr berechtigt. Mein aufrichtiges Beileid und Mitgefühl. Der Verlust, den Du erlebt hast, ist das Schlimmste, was einer Mutter passieren kann.

      Ich kann daher gut verstehen, dass es Dir wie Hohn vorkommt, wenn eine Mama, die ein gesundes Kind im Arm hält, trotzdem traurig über die Umstände der Geburt ist und unter Umständen ein Trauma aufzuarbeiten hat.

      Wir dürfen jedoch nicht vergessen, dass jeder Mensch eine Geschichte hat, die wichtig und unserer Aufmerksamkeit würdig ist. Und genau darum geht es in meinem Artikel.

      Ich kann und will keine Schmerzen gegeneinander aufwiegen.

      Jeder Mensch hat seinen eigenen Schmerz, seine eigene zu tragende Last.

      Einzelne Schicksale sollten/können wir nicht vergleichen.

      In meinem Artikel geht es genau darum, jeder Mutter einen Raum zu schaffen ihren Schmerz und die vorhandene Trauer auszudrücken und zu zeigen, dass sie mit dem Schmerz über die Geburt nicht allein ist, daß es o.k. ist, um die Geburt oder erlebte Verletzungen zu trauern. Selbst dann, wenn ihr Baby gesund ist.

      Jeder Schmerz hinterlässt Spuren in uns. Alles was wir tun, hinterlässt Spuren.

      Wir sind alle Frauen.

      Gehen wir voller Liebe, Achtsamkeit und Mitgefühl mit unseren Mitmenschen um. So können wir vielleicht wenigstens der Einsamkeit unserer Schmerzen und Ängste ein Ende setzen.

    3. Doch ,,ich weiss es. Und es ist unglaublich arrogant und überheblich von Dir , anderem zu unterstellen , dass wir einfach dankbar sein sollten und es auch noch viel schlimmer sein könnte

  14. Hey, Trauma hin Trauma her. Ich finde es wirklich in erster Linie wichtig das es dem Kind gut geht. Als Mama hat man die Chance alles aufzuarbeiten. Ein Kind was nicht gesund ist hat nie diese Chance. Ich spreche aus Erfahrung denn ich hatte 2 Sectios. Eine davon furchtbar aber ich habe als erstes nach meinem kleinen Wunder gefragt. „Hauptsache deinem Baby geht es gut.“ Ja genau!!! Kann diesem Artikel leider nicht zu stimmen.

    1. Hallo Naddl,

      ich schreibe über (teils unnötige) Kaiserschnitte und mit welchen Gefühlen manche Frauen danach konfrontiert sind.

      Der Artikel sagt nicht, daß Leben und Gesundheit des Kindes zweitrangig sind. Es geht vielmehr darum, dass eine Mutter, die ein gesundes Kind hat, trotzdem traurig über die Umstände der Geburt sein darf.

      Es tut mir leid, wenn diese Aussage nicht bei Dir angekommen ist.

      Wenn es Dir nach Deinem, wie Du schreibst furchtbaren Kaiserschnitt super ging, dann ist das toll. Es wäre aber auch völlig in Ordnung, wenn Du neben der Freude über Dein Baby, traurig oder verletzt wegen dieser Erfahrung bist. Selbst dann, wenn Du ein gesundes Kind hast.

      herzlich Ute

  15. Liebe Ute
    Nun lese ich den Artikel schon zum zweiten Mal und empfinde ihn als sehr hilfreich. So kann ich auch meinem Mann besser erklären, was mit mir los ist.
    Ich hatte eine lebensnotwendige Sectio, auf Grund einer Gestose. Ohne die mein Baby und ich tod wären.
    Ich bin dankbar, dass wir leben dürfen. Dennoch ist es nicht das Beste, was mir jeh passiert ist. Sondern das schlimmste, was ich jeh erlebt habe. Psychisch geht es mir garnicht gut.
    Es war sehr traumatisierend. Viel zufrüh, viel zu schnell, wahnsinnige Schmerzen und versagende Organe. Mein Baby, dass noch garnicht bereit für diese Welt war, musste sofort auf die Neonatologie.
    Und ich sollte blos dankbar sein, dass es uns soweit gut ging… was das Trauma alles für Folgen haben würde, das wusste ja niemand.
    Depressionen. Aber hauptsache das Kind lebt?
    Wer sowas sagt, hat keine Ahnung von der Trageweite. Darunter leidet nicht nur die Mama, sondern auch der Papa, die Kinder, das Umfeld. Alles wird wahnsinnig schwer, die kleinsten Aufgaben erscheinen unmöglich. Aber man soll sich nicht so anstellen, man hatte ja nur ein Kaiserschnitte.
    Ganz oft ist es aber nicht NUR ein Kaiserschnitt. Es sind übergriffige Handlungen, oft ohne wirkliche medizinische Gründe. Oft geht es nur um die Planung, die Eile des Arztes usw. Es wird einfach bestimmt. Die Menschlichkeit fehlt.
    Ja, meine Sectio war lebensnotwendig. Aber sie war auch übergriffig, unsensiebel, grob und unmenschlich. Nicht weil ich aufgeschnitten und mein Baby entfernt wurde. Nein, sonder wegen allem drumrum. Wegen den Ärzten und Schwestern. Wenn alles drumrum stimmen würde, wäre es bei weitem nicht so traumatisierend gewesen.

    M.

  16. Der Artikel trifft den Nagel auf den Kopf. Habe dasselbe vor acht Jahren erlebt. Und noch schlimmer. Mein Notkaiserschnitt wurde bei mir unter Vollnarkose durchgeführt. Man muss sich also vorstellen, du wirst wach und plötzlich ist dein Bauch weg. Schmerzen ohne Ende, aber ich bekam nur ein Pumpgerät hingestellt damit das Neugeborene Milch bekommt. Jeder gratulierte mir aber wofür eigentlich? ich hatte das Baby, mein Baby, noch gar nicht gesehen. Am nächsten Tag fuhr mich jemand mit dem Rollstuhl zur Intensivstation „der dritte Brutkasten auf der linken Seite ist Ihrer“ genau so war unsere erste Begegnung. Als ich vor dem Kasten saß war ich mir unsicher ob das kleine „Ding“ dadrin wirklich meins sein sollte. Vielleicht war denen ein Fehler unterlaufen? Denn die kleine sah mir überhaupt nicht ähnlich. Jemand gab sie mir in den Arm und schon eine Minute später ging der Alarm wegen der Sauerstoffsättigung an. Eine Frau kam angerannt und gab der kleinen einen Klapps. „Alles okay“ grinste sie und ging. Ich war allein zwischen den ganzen Kästen mit diesem kleinen Etwas in den Armen und wusste nicht was ich tun sollte.
    Das nagt heute noch an mir und wird es wahrscheinlich immer. Mein kleiner Sonnenschein sieht heute fast genauso aus wie ich. Ist aufgeweckt und für mich das Wichtigste. Aber die Erinnerungen der ersten Tage bleiben leider für immer…

    1. Ich kann das genau nachempfinden. Es ging mir genauso. Das ständige Piepsen, dann die Kommentare:“ das ist normal nicht schlimm.“ Für die Mama, in dieser Situation ist es aber nicht normal. Es ist schlimm für sie. Warum versteht das niemand?

  17. Hallo ich finde dein Artikel wirklich sehr gelungen und er trifft den Nagel auf den Punkt!
    Ich hatte vor 7 Jahren auch keine schöne Geburt😔 lag 20Std in den Wehen, als die Herztöne meines Sohnes immer schwächer wurden… und zum Schluss fast nicht mehr da waren… wurde mir Adrenalin gespritzt, damit sie Herztöne wieder kommen… ich war nur am zittern..
    Mein Mann stand neben mir und hatte um uns beide angst. Als ich danach zum Notkaiserschnitt in den OP kam und eine PTA bekam die überhaupt nicht wirkte, aber man trotzdem Aufschnitt und ich unter Schmerzen und meinem Schreien mein Kind holte…. ich dann irgendwann vor lauter Schmerzen zusammen bracht… und nicht 1x meinen Sohn sehen konnte… Denn nach dem mein Sohn entbunden war, legten sie mich in Vollnarkose zum zunähen… als ich wach wurde und im OP wieder zu mir kam, wurde ich in den Kreißsaal zurück gebracht, wo mein Mann mit unserem Sohn war. Da bekam ich ihn das 1. Mal zu sehen, aber nur kurz, den er hatte das ganze auch nicht ohne Probleme überstanden und kam auf die Intensivstation und ich in mein Zimmer…. der 1. Tag durfte ich ihn überhaupt nicht sehen, am 2. Tag nur zum stillen und am 3. Tag als es mir körperlich etwas besser ging, hab ich gesagt, ich will zu meinem Kind!!!! Das war ein riesen Zirkus. Ich war so froh, als wir nach 10 Tagen beide das Krankenhaus verlassen durften. Und heute… kann uns nichts mehr trennen.
    Jeder fragt mich… Willst du kein 2. Kind?! Nein möchte ich nicht mehr!!!! Ich kann das nicht noch einmal mitmachen und will es auch nicht mehr!!! Die Wunden sind immer, auch wenn es 7 Jahre her sind noch so tief und schmerzhaft. Das wünsche ich keine Frau!!!!

  18. Guten Tag,
    Ich habe gespannt deinen Artikel gelesen und weiß, dass sich viele Mütter nach einem KS so fühlen.
    Aber ich bitte dich, Notkaiserschnitt und Sekundäre Sectio zu unterscheiden.
    Denn bei einem Notkaiserschnitt hat man gar nicht die Möglichkeit das alles zu empfinden, da liegt man innerhalb von 5min im OP und es bedarf keiner Einwilligung der Mutter und keine ausführlichen Erklärungen.
    Eine Sekundäre Sectio kann unter der Geburt erfolgen, da beträgt die Dauer von Entscheidung bis zur OP 20-30min und das bedarf deiner Einverständnis und man wird (je nach dringlichkeit) aufgeklärt und gegebenenfalls noch vorbereitet (desinfiziert, rasiert, PDA gelegt etc.)
    Einfach nur um da such Verständnis reinzubringen und die Situation ein wenig zu entschärfen, denn Notkaiserschnitt hört sich viel brutaler an und hinterlässt bei der Mama ein viel unangenehmere Gefühl als die Sekundäre Sectio.

    LG

  19. Mir ging es zum nicht so schlecht nach meinem Kaiserschnitt, aber ich kann dich durchaus verstehen. Ein toller Artikel, bewegend geschrieben und sehr fundiert. Ich hoffe, dir und deinem Baby geht es mittlerweile gut miteinander ☺️

    1. Danke liebe Viola für Deine Nachricht. Einen spannenden Blog hast Du da. War natürlich gleich bei Dir zu Besuch. Mir geht es sehr gut. Ich habe mich mit meinem ersten und zweiten Kaiserschnitt inzwischen längst versöhnt und danach noch zwei weitere Kinder auf natürlichem Weg geboren.

  20. Ich hatte vor etwas mehr als 4 Jahren einen Kaiserschnitt. Allerdings war es ein geplanter, da mein Sohn verkehrt lag und sich aufgrund mangelnden Fruchtwassers nicht mehr drehen konnten. Das ich zu wenig Fruchtwasser hatte wurde in der 30 SSW festgestellt. Ich konnte mich mental auf den Kaiserschnitt einstellen und zum Zeitpunkt der Entbindung hätte ich mir eine natürliche Geburt gar nicht mehr vorstellen.
    Eine Hebamme wollte meinen Sohn drehen, worauf ich schon nahezu aggressiv reagiert hatte. Ich hab sie nur angesehen und die angeschnauzt, dass es jetzt besser wäre meinen Bauch nicht anzufassen. Ich hatte ganz einfach kein gutes Gefühl dabei wenn sie meinen Sohn versucht hätte zu drehen. Ich hatte zu große Angst, dass er sich ev mit der Nabelschnur verwickelt und im schlimmsten Fall um den Hals.
    Da ich mich auf den Kaiserschnitt einstellen konnte, fühlte ich mich der natürlichen Geburt nicht beraubt. Und es hat auch der Bindung zu meinem Sohn nicht geschadet.
    Aber ich muss nochmal betonen, dass ich auf diese Art der Geburt vorbereitet war. Und das macht sicher den feinen Unterschied.
    Ich finde auch die Aussage „Du hast es dir aber leicht gemacht“ auch nicht gerechtfertigt, weil ich würde nie behaupten dass ich es mir leicht gemacht habe. Denn die Schmerzen danach, waren auch nicht ohne. Ich spühre meine Narbe heute oft noch. Bei Wetterumschwüngen usw. Aber sie gehört zu mir. Und ich liebe diese Narbe. Aus dieser Narbe habe ich meinem Sohn das Leben geschenkt.
    Ich wünsche allen Müttern, die aufgrund eines Kaiserschnittes traumatisiert sind alles Gute und dass sie einen Weg finden damit ins Reine zu kommen. Ihr dürft euch deswegen nicht weniger als Mutter oder schlechtere Mutte sehen. Denn das seid ihr nicht. Nicht die Art der Geburt zeichnet uns als gute Mutter aus sondern wie wir mit den Kindern umgehen und was wir ihnen beibringen.

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