Nötigung ist inakzeptabel

Nötigung ist inakzeptabel

Nötigung ist inakzeptabel!

Im November 2017 erschien die aktualisierte Leitlinie der Amerikanischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (ACOG) zur Geburt nach Kaiserschnitt.

Zu den konkreten Inhalten und wie ich darüber denke, wird es bald einen Blogartikel geben.
Diese Leitlinie ist die aktuellste Leitlinie, die wir im Moment haben.

Deutsche Leitlinie ?   In der Warteschleife

Wir warten noch immer gespannt auf eine deutsche Veröffentlichung. Sie ist aber erst für Juli 2018 angekündigt.

Doch bevor ich mich genauer mit den Inhalten der Amerikaner beschäftige, möchte ich heute, am 8. März, dem internationalen Frauentag, auf einen Satz dieser Leitlinie hinweisen.

Coercion is not acceptable.

Nötigung ist inaktzeptabel. 

Das ist für mich, neben alles fachlichen Abwägungen, Indikationen und Kontraindikationen der wichtigste Satz.

Dieser Satz sollte meiner Meinung nach, als ein Leitsatz über allem Handeln in der Geburtshilfe stehen.

Dazu führt die amerikanische Leitlinie weiter aus:

Nach der Beratung trifft die Patientin in Absprache mit ihrem Geburtshelfer oder einer anderen in der Geburtshilfe tätigen Fachkraft (so ungefähr würde ich „obstetric care provider“ übersetzen), die endgültige Entscheidung über den Versuch einer natürlichen Geburt oder einen wiederholten Kaiserschnitt.

In vielen Kliniken in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das sicherlich so üblich.

Aber noch viel zu oft, werden Frauen gegen ihren Willen zu einem wiederholten Kaiserschnitt gedrängt.

Dazu habe ich im vorigen Jahr einen Blogartikel verfasst mit dem Titel:

„Niemand kann Dich zu einem Kaiserschnitt zwingen“

Ich verlinke ihn hier nochmal für alle, die es interessiert.

Hier geht´s zum Artikel „Niemand kann Dich zu einem Kaiserschnitt zwingen“ 

Den vollen Text der Leitlinie verlinke ich hier:
Practice Bulletin No. 184: Vaginal Birth After Cesarean Delivery

Ich bin gespannt von Dir zu lesen, wie es Dir bei Deinem Kaiserschnitt ergangen ist.

Wurdest Du in die Entscheidung für den Kaiserschnitt einbezogen?

Oder hast Du sogar selbst entschieden, dass es ein Kaiserschnitt werden soll?

Suchst Du noch Informationen darüber, wie Du Dich nach Deinem Kaiserschnitt auf die nächste Geburt vorbereiten kannst, damit diese Geburt so selbstbestimmt, wie möglich verläuft?

Dann helfen Dir vielleicht meine 12 Schritte zur Vorbereitung auf Deine nächste Geburt weiter. 

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13 Kommentare, sei der nächste!

  1. Aus Ärztesicht habe ich mich sicherlich selbst dazu entschieden.
    Aus meiner Sicht, wurde ich zum KS gedrängt, indem man mir immer wieder sagte, dass ich mein Kind unnötig in Gefahr bringe.

    1. Liebe Saskia, es tut mir leid zu lesen, dass Du Dich zu Deinem Kaiserschnitt gedrängt gefühlt hast. Hast Du bereits Deine Krankenakte/ Kreißsaalprotokoll und den OP Bericht aus der Klinik angefordert?

  2. Ich wurde aufs Übelste genötigt. Mir wurden Lügen ob des Geburtsverlaufs aufgetischt; mir wurde erzählt, ich würde mein Kind umbringen, wenn ich nicht unterschriebe; mein Mann und meine Doula wurden bearbeitet, das sie mich doch dazu bringen sollten zu unterschreiben.

  3. Je nach dem, wie man es nimmt… Ich habe „freiwillig“ zugestimmt, nachdem mir die Ärztin gefragt hat: „wollen Sie wirklich das ihr Kind stirbt?“ Mein Gefühl war zwar, dass mit meinem Kind alles in Ordnung ist, aber ich bekam Angst.. Die Apgarwerte waren nach dem übereilten Ks 9,10, 10

    1. Liebe Marie, danke für Deinen Kommentar. Genau das ist NÖTIGUNG, was Du erlebt hast. Eine ganz typische und todsichere Methode, eine Mutter dazu zu bringen, einem Kaiserschnitt zuzustimmen. Wäre der Kaiserschnitt wirklich erforderlich gewesen, wäre Dein Baby nie im Leben mit diesen APGAR – Werten auf die Welt gekommen.

  4. Hallo,

    Ich wollte einen Kaiserschnitt nach einer geglückten kinderwunschbehandlung hätte ich bis dato ein gesundes Kind und Wehen zu einem Arztgespräch fpr den Termin kam es nicht mehr….Hebamme und chefärztin nach 12 Stunden Wehen: ich soll normal gebären…..ich sagte nur noch ich hab es nach solange Zeit kiwu geschafft ein gesundes Kind zu haben und ich will einen Kaiserschnitt…..im OP Bericht stand dann Sectio aufgrund geburtsangst….mir egal ich hatte den mütterlichen spürsinn meine Marie (16Monate) hätte zweimal die Nabelschnur stramm um den Hals und könnte deswegen nicht ins Becken rutschen……

    Bin jetzt wieder schwanger auf den spontanen weg und werde es diesmal auch auf dem natürlichen weg versuchen da ich ein viel besseres Gefühl habe.

    1. Liebe Ilona, wie schön, dass Du auf Deine innere Stimme gehört hast, und schade, dass es von außen niemand tat. Nun wünsche ich Dir eine gute Vorbereitung auf Deine nächste Geburt.

      1. Solche Hebammen wie Sie bräuchte das Land viel mehr. Bin auf der Suche nach einer Nachsorge Hebamme es ist sehr schwierig jemanden zu finden der meine Geschichte hört und mich unterstützt! Viele werten mich ab weil ich einen Kaiserschnitt wollte damals und versuchen ihr eigenes Ding aufzuschwatzen.

        1. Liebe Ilona, ich wünsche Ihnen, dass Sie volle Unterstützung und einen für Sie guten Weg für die nächste Geburt finden. Ich bin übrigens keine Hebamme 😉 https://www.geburt-nach-kaiserschnitt.de/dr-ute-taschner/
          Wenn ich weiter helfen kann, biete ich auch gelegentlich Müttern Beratungen an. Dabei geht es hauptsächlich darum, seinen eigenen Weg zu finden und sich für die nächste Geburt zu stärken Es gibt bei mir auf tel. Weg keine med. Beratung.

  5. Ich bin zu einem Kaiserschnitt gezwungen worden. Nötigung ist hier der passende Ausdruck. Meine Tochter saß in Beckenendlage, weshalb ich mir bewusst eine Klinik aussuchte, die sich mit der Spontangeburt von Kindern aus Beckenendlage auskennt. Im Vorfeld wurde mir nach Ultraschall-Untersuchung und MRT-Beckenvermessung angeboten, eine Spontangeburt zu versuchen.

    Am Tag, als die Wehen einsetzten, sagte der diensthabende Oberarzt – noch bevor er mich überhaupt untersucht hatte – es müsse ein Kaiserschnitt gemacht werden, das Kind werde sonst sterben, mein Becken sei zu eng. Der Befund zu dem Zeitpunkt: Muttermund fingerdurchlässig, Wehen regelmäßig und gut aushaltbar, kindliche Herztöne prima. Ich fühlte mich sehr gut und bat deshalb darum, dass noch gewartet werden solle, bis der Muttermund vollständig eröffnet sei. Die Antwort des Arztes: Nein, dann sei der Kaiserschnitt schwerer durchzuführen. Er unterstellte mir, nicht an der Gesundheit meines Kindes interessiert zu sein und wiederholte immer wieder: „Das Kind wird sterben!“ Irgendwann hatte ich unter den Wehen keine Kraft mehr, mich zu widersetzen und unterschrieb den Kaiserschnitt, den ich zu keinem Zeitpunkt wollte.

    Während der OP selbst hatte ich Todesängste und die Bindung zu meinem Kind gestaltete sich hinterher über längere Zeit schwierig, u.a. weil ich elf Monate lang Schmerzen an der Narbe hatte, die erst durch sehr viele osteopathische und physiotherapeutische Behandlungen behoben werden konnten.

    Ich wünsche mir sehr ein zweites Kind, doch nach dieser Erfahrung und dem Wissen, dass etliche klinische Geburtshelfer nicht vertrauenswürdig sind, werde ich aus Angst vor weiteren traumatischen Erfahrungen vielleicht lieber darauf verzichten.

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