Sehr sehenswert: Der Film „Meine Narbe“

Schwangere Mutter aus dem Film "Meine Narbe" berichtet über ihre Kaiserschnitterfahrung

Meine Narbe – Ein Schnitt ins Leben

Der Kaiserschnitt ist heute ein alltäglicher Eingriff. Für betroffene Frauen ist er aber oft eine körperliche und seelische Verletzung, die sie nur schwierig verarbeiten können.

Diesen Aspekt der modernen Geburtshilfe blenden viele Menschen gerne aus. Die Filmemacherin Mirjam Unger und die Psychologin Judith Raunig geben den betroffenen Frauen eine Stimme.

Mutter mit Baby im Arm berichtet über ihren Kaiserschnitt im Film "Meine Narbe"

Mit dem Dokumentarfilm „Meine Narbe“ steht erstmals das persönliche Kaiserschnitt-Erleben von Müttern und Vätern im Mittelpunkt der Berichterstattung.

Sieben Frauen und zwei Männer schildern in berührenden Interviews ihre körperlichen und seelischen Gefühle rund um den Kaiserschnitt und seine Folgen.

Die Berichte der Frauen und Männer wechseln sich mit Äusserungen von ÄrztInnen und Hebammen zur operativen Geburtshilfe ab.

Geburtshelfer Husslein

Peter Husslein, Leiter der Geburtshilfe am Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien (AKH Wien), prognostiziert, dass die Zahl der operativen Geburten in Zukunft weiter zunehmen wird. „Die vaginale Geburt wird in der industrialisierten Welt die Ausnahme sein. Frauen werden sich ganz bewusst für die vaginale Geburt entscheiden müssen, während sie sich jetzt noch bewusst für den Kaiserschnitt entscheiden.“
In seiner Abteilung kommt bereits heute jedes zweite Kind durch eine Sectio zur Welt.

Die Hausgeburtshebamme

Die Hausgeburtshebamme Ulrike Schuster, welche im Film ebenfalls zu Wort kommt, betrachtet diese Entwicklung mit Sorge. Rückblickend berichtet sie von Angstmache und Zeitdruck während ihrer klinischen Tätigkeit: „Wenn man Schwangeren sagt, für ihr Kind wäre das besser, sagt kaum eine Frau: ‚Ich will das nicht!‘ Damit hat man die meisten schon gefangen. Man macht ihnen Angst und hängt es am Kind auf.“

Ärztliche Gegenstimmen

Doch es gibt auch unter den Ärzten Gegenstimmen, wie Michael Putz, der am Sozialmedizinischen Zentrum (SMZ) Ost – Donauspital als Oberarzt tätig ist. Für ihn bräuchten Kaiserschnitte wie jede andere Operation auch, eine strenge medizinische Indikation.

Weitere interessante Statements sollen hier nicht vorweg genommen werden.

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Nun zu den Müttern im Film:

Zunächst berichten sie gefasst und mit fester Stimme über die Erwartungen und Wünsche, die sie an die Geburt ihres Kindes hatten. Doch rasch zeigt sich, daß bei jeder der Frauen im Film ein Moment kam, an dem ihr Situation entglitt und sie die Abläufe als fremdbestimmt und traumatisch erlebt hat. Eine Teilnehmerin erinnert sich: „Ich war mit der Situation komplett überfordert. Ich hab furchtbar zu weinen und am ganzen Körper zu zittern angefangen. Mir ist die Situation komplett entglitten.“ Dies betraf auch jene beiden Mütter, die einen geplanten Kaiserschnitt erlebten.

Mutter aus dem Film "Meine Narbe" sitzt vor rotem Hintergrund und spricht über ihre Kaiserschnitterfahrung

Ist der Film einseitig?

Dafür könnte man den Film als einseitig kritisieren. Judith Raunig wendet jedoch ein: „Wir wollten ganz bewusst diese Seite des Kaiserschnitts zeigen. Dass eine Sectio angeblich so sanft, einfach, schmerzfrei und modern ist, wird sowieso dauernd in der Regenbogenpresse geschrieben.“

Sie ergänzt:
„Wir geben jenen Frauen, die sich bis dato nicht getraut haben, über ihren Kaiserschnitt zu sprechen oder die vielleicht keine Worte für das Erlebte in sich hatten, eine Stimme. Wir geben Ärztinnen und Ärzten einen Einblick in das Erleben ihrer Patientinnen, denn diese sehen die Frau für gewöhnlich noch ein paar Tage nach der Entbindung und haben oft keine Ahnung, wie es den Frauen eine Woche, einen Monat oder ein Jahr nach der Geburt geht.“.

Durch den stetigen Perspektivenwechsel zwischen den Müttern und Vätern einerseits und den Fachleuten andererseits wirkt der Film authentisch und sehr lebendig. Dabei bilden die sachlichen Beiträge der ÄrztInnen und Hebammen einen klaren Kontrast zur hoch emotionalen Ausdrucksweise der Frauen.

Resümee

Der Film „Meine Narbe“ läßt einen als Zuschauerin betroffen zurück, auch und gerade dann, wenn man selbst eine Kaiserschnittgeburt erlebt hat. Geburtshelfern verdeutlicht er, was alltägliche und scheinbar normale Interventionen und Routinen im Kreißsaal bei manchen Frauen auslösen können. Auch für Stillberaterinnen ist dieser Film sehr wertvoll, denn auf diese Weise erhalten sie einen Einblick in die Erlebniswelt jener Frauen, die ihren Kaiserschnitt als problematisch empfunden haben.

Seit einigen Tagen gibt es diesen Film nun auch mit englischen Untertiteln. Er kann damit international gesehen werden und heißt „My Scar“.

Zum Film

Titel: Meine Narbe
Filmemacherinnen: Mirjam Unger und Judith Raunig
Land: Österreich 2014, HD CAM,
Dauer: 52 Minuten
Bezug: flimmit – www.flimmit.com/meine-narbe/ oder im ORF Shop als DVD

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